Chemnitz ist Mittelpunkt erster Wasserstoffstudie

Konzeptstudie im Auftrag des sächsischen Innovationsclusters HZwo beleuchtet erstmals den Einsatz von Wasserstoff zur CO2-Minderung in einer Großstadt

 

    • Etwa 40 Prozent des verbrauchten Stroms stammen in Deutschland bereits aus erneuerbaren Energien. 65 Prozent sollen es schon bis 2030 sein.

 

    • Ein zentrales Element bei der Umstellung der Energieversorgung ist die Kopplung der Sektoren Wohnen, Gewerbe, Mobilität, Strom und Wärme.

 

    • Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologien kommen dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Sie gelten als Schlüsseltechnologien, denn der Einsatz von „grünem Wasserstoff“ kann wesentlich dazu beitragen, die Emission von CO2, weiterer Treibhausgase und Feinstaub in diesen Sektoren deutlich zu senken.

 

    • Als Windgas können große Mengen an erneuerbarer Energie gespeichert und über das Gasnetz in Städte transportiert werden. Der Wasserstoff kann dann mit sehr hohem Wirkungsgrad dort genutzt werden, wo Erdgas, Benzin und Diesel auch in der Zukunft nicht durch Strom und Batterie zu ersetzen sind.

 

In der Konzeptstudie „Hydrogen City Chemnitz“ des Freiberger DBI Gastechnologisches Institut gGmbH wurden die Potentiale der Wasserstoffnutzung erstmalig konkret für eine Stadt ausführlich untersucht.

Dazu wurden derzeitige und zukünftige potentielle Wasserstoffanwender in den Bereichen Mobilität, Strom-/Wärmeversorgung und direkte Nutzung bis 2030 befragt, darunter kommunale Einrichtungen, große Flottenbetreiber und Unternehmen in der Stadt Chemnitz. Bei der Anwendung des Wasserstoffs besteht demnach in allen Bereichen ein hohes Potential zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen, im größten Szenario sogar bis über 240.000 Tonnen pro Jahr CO2-Äquivalent.

Erstmal wurden die Potentiale der Wasserstoffnutzung für eine Stadt ausführlich untersucht Foto: Ronald Barthel

Ein weiterer Nutzen ist die Minderung von Lärm- und Schadstoffemissionen (Stickoxide, Feinstaub), sodass alle Einwohner der Stadt direkt von der Einführung der Wasserstofftechnologien profitieren. Darüber hinaus können die einzelnen Sektoren zum Großteil über die bestehende Energieinfrastruktur bedient werden, wodurch Investitionskosten weitaus geringer ausfallen, als bei anderen Technologien.

Zum Beispiel werden für emissionsfreie wasserstoffbetriebene Fahrzeuge und Flotten nur wenige zentrale Zapfsäulen an bestehenden öffentlichen Tankstellen oder Betriebshöfen benötigt. Auf diese Weise können bei vergleichsweise geringen Kosten viele Benzin- und Dieselfahrzeuge ohne Einschränkung auf Seiten des Nutzers durch emissionsfreie Antriebe mit Wasserstoff aus erneuerbarer Energie ersetzt werden.

Gleichzeitig kann der grüne Wasserstoff über die selbe Infrastruktur zum Heizen im Winter, Kühlen im Sommer, zur Notstromversorgung oder auch industriell genutzt werden und somit fossile Energieträger nachhaltig ablösen. Eine innerstädtische Wasserstoffversorgung ist darüber hinaus ein internationales Alleinstellungsmerkmal und Anziehungspunk für Ansiedlungen im Bereich neuer Energie- und Fahrzeugtechnologien.

Die Ergebnisse der Studie werden im nächsten Schritt von den Beteiligten zur Entwicklung von Umsetzungskonzepten, zur Akquise von Fördermitteln und als Entscheidungsgrundlage genutzt.

 

Weitere Informationen erteilt Karl Lötsch, Geschäftsführer des HZwo e.V., Telefon 0371 531-35357, karl.loetsch@hzwo.eu

 

 

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