Deutsch-tschechisches Projekt bringt Wasserstofferzeugung und industrielle Nachfrage zusammen – Kick-off setzt Impulse für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung am 12. Oktober 2026 in Most (Tschechien) haben die Projektpartner HZwo e. V. und der Wirtschafts- und Sozialrat der Region Ústí (HSR-ÚK) das Projekt ReH2gion – Grenzüberschreitende Wasserstoff-Hubs für Innovation und regionale Transformation vorgestellt. Das Vorhaben soll die entstehenden Wasserstofferzeugungskapazitäten in der tschechischen Region Ústí mit der wachsenden industriellen Nachfrage in Südwestsachsen verbinden. Ziel ist es, die Grundlagen für eine grenzüberschreitende Wasserstoffwirtschaft zu schaffen und die industrielle Transformation beider Regionen gemeinsam voranzutreiben.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit für eine starke Wasserstoffregion
Südwestsachsen und die tschechische Region Ústí stehen vor weitreichenden Veränderungen ihrer Wirtschafts- und Energiestrukturen. Während in Sachsen insbesondere die Automobilzulieferindustrie vor der Herausforderung steht, neue Technologien und Geschäftsfelder zu erschließen, befindet sich die Region Ústí im Wandel von einer kohlegeprägten Energie- und Industrieregion hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsstruktur.
Hier setzt ReH2gion an: Das Projekt will regionale Potenziale bündeln, Wasserstoffproduzenten und potenzielle Abnehmer zusammenbringen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentlicher Verwaltung auf beiden Seiten der Grenze stärken. Im Mittelpunkt stehen der Aufbau grenzüberschreitender Wertschöpfungsketten, die Identifikation gemeinsamer Innovationspotenziale und der Abbau bestehender Hemmnisse für einen funktionierenden Wasserstoffmarkt.
Ein wesentlicher Bestandteil ist die Entwicklung von Konzepten für grenzüberschreitende Wasserstoff-Hubs in der Region Ústí und im Raum Chemnitz/Erzgebirge. Diese sollen künftig als Anlaufstellen für Wissensaustausch, Vernetzung und die Entwicklung gemeinsamer Projekte dienen.
Frederik Wewetzer, HZwo e. V.: „Grenzübergreifende Kooperationen bieten immer die grundsätzliche Chance, die individuellen Stärken der beteiligten Regionen zu verbinden, sei es bei der Energieerzeugung, in der Forschung, im Anlagenbau oder bei industriellen Anwendungen. Nicht jede Region muss alles selbst aufbauen und beherrschen. Entscheidend ist, diese Kompetenzen zu funktionierenden Wertschöpfungsketten zu verbinden.
Für uns als HZwo bedeutet das, Unternehmen und Forschungseinrichtungen so miteinander zu vernetzen, dass aus ergänzenden Kompetenzen konkrete Projekte und Geschäftsbeziehungen entstehen. Internationale Zusammenarbeit ist deshalb für mich kein Gegensatz zu regionaler Wertschöpfung, sondern ein wichtiger Weg, sie zu ermöglichen und langfristig zu sichern.”
Zwei Partner, eine gemeinsame Perspektive
Das Projekt wird vom Wirtschafts- und Sozialrat der Region Ústí (Hospodářská a sociální rada Ústeckého kraje, z. s.) als Leadpartner und dem Wasserstoff-Technologiecluster HZwo e. V. umgesetzt. Beide Organisationen bringen ihre regionalen Netzwerke und Kompetenzen ein, um Akteure der Wasserstoffwirtschaft grenzüberschreitend zusammenzuführen.
Beim Kick-off stellten die Partner ihre jeweiligen Beiträge und die Möglichkeiten zur Beteiligung am Projekt vor. Fachimpulse zur Logistik von Flüssigwasserstoff sowie zu den unterschiedlichen Entwicklungswegen der Wasserstoffwirtschaft in Sachsen und Tschechien ergänzten das Veranstaltungsprogramm.
Karel Tichý, Wirtschafts- und Sozialrat der Region Ústí / HSR-ÚK: „Die Region Ústí kann Wasserstoff herstellen, und in Sachsen wächst eine Industrie, die ihn brauchen wird. ReH2gion soll diese beiden Seiten zusammenbringen. Für die sächsischen Partner wollen wir eine zentrale Anlaufstelle auf tschechischer Seite sein. Wir kennen die Region, ihre Unternehmen und Strategien und helfen dabei, die richtigen Partner für eine Zusammenarbeit zu finden.“
Aufbau in Most: Ziele abstimmen und nächste Schritte planen
Die Veranstaltung bot den Rahmen, um die Projektziele vorzustellen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und Ansätze für die weitere Zusammenarbeit zu diskutieren.
Mgr. Gabriela Nekolová, Vorsitzende des Wirtschafts- und Sozialrat der Region Ústí / HSR-ÚK: „Die Region Ústí hat den Menschen über Generationen hinweg Arbeit im Bergbau, in Kraftwerken und in der Industrie gegeben. Jetzt stehen wir vor der Aufgabe, schrittweise von der Kohle auf erneuerbare Energien und eine moderne Energiewirtschaft umzusteigen und dabei möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Die Menschen müssen wissen, dass sie auch nach dem Ende der Kohle in unserer Region Arbeit haben werden. Wasserstoff ist eine der Chancen, die Erfahrungen unserer Region zu nutzen und neue Investitionen anzuziehen. Mit dem Projekt ReH2gion wollen wir unsere Unternehmen mit Industriepartnern in Sachsen vernetzen, damit aus dieser Zusammenarbeit konkrete Projekte und neue Arbeitsplätze entstehen.“

Ausblick: Von der Vernetzung zur konkreten Kooperation
In den kommenden Projektphasen soll die Zusammenarbeit weiter vertieft werden. Dazu werden Informationen über bestehende und geplante Wasserstofferzeugungskapazitäten, potenzielle Abnehmer und Infrastrukturbedarfe auf beiden Seiten der Grenze zusammengeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in praxisorientierte Leitlinien und Empfehlungen für den Aufbau grenzüberschreitender Wasserstoff-Hubs sowie für regionale und nationale Transformationsstrategien einfließen.
Geplant sind außerdem mindestens sechs grenzüberschreitende Workshops und Fachveranstaltungen, die Unternehmen, Forschung und öffentliche Akteure miteinander vernetzen, den fachlichen Austausch fördern und neue Kooperations- und Investitionsmöglichkeiten erschließen. Den Abschluss des Projekts bildet eine gemeinsame deutsch-tschechische Fachkonferenz.
Mitwirken und informieren
Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weitere Akteure der Wasserstoffwirtschaft, die sich für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit interessieren, sind eingeladen, sich über das Projekt und Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren.
Über ReH2gion
ReH2gion läuft vom 30. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028 und wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Sachsen–Tschechien 2021–2027, Priorität 1 „Innovation und Wettbewerbsfähigkeit“, mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Die EU-Förderung beträgt 492.184,99 Euro.
Weitere Informationen: Projekt ReH2gion auf der HZwo-Webseite
Projektkontakt bei HZwo: Frederik Wewetzer – frederik.wewetzer@hzwo.eu

Kontakt:
HZwo e.V.
Technologie-Campus 6
09126 Chemnitz
Pressekontakt:
Elisa Sommer
E-Mail: presse@hzwo.eu
www.hzwo.eu
