Wasserstofftechnologien im Gigawattbereich aus Sachsen – sieben Unternehmen wollen Produktion und Transportkapazität massiv ausbauen

Pressemitteilung des HZwo e.V. und Energy Saxony e.V.

Sächsische Maschinenbauer und Zulieferer sehen im weltweit entstehenden Markt für Wasserstoff-Technologien große Umsatz- und Exportchancen. Neue Leitungsnetze sollen die Wasserstoffnutzung ermöglichen. Schon bis 2030 zeichnet sich ein Milliardenmarkt in Europa ab. Die europäische Wasserstoffstrategie sieht den Aufbau einer Gigawatt-Wasserstoffwirtschaft vor.

Mehrere Unternehmen aus ganz Sachsen wollen den weltweiten Run auf CO2-freie Energieversorgungslösungen nutzen und zukünftig Elektrolyseure, Brennstoffzellen und -komponenten im großindustriellen Maßstab produzieren. Im Raum Leipzig sollen Wasserstoffleitungsnetze Unternehmen aus Industrie und Logistik ermöglichen, Produktion und Verkehr mit klimafreundlichem Wasserstoff betreiben zu können.

Die Bundesregierung hat angekündigt, Wasserstoffprojekte von europäischer Tragweite zu fördern und Interessenten aufgerufen, ihre Ideen einzureichen. Aus Sachsen haben daher zwei Verbünde aus insgesamt sieben Unternehmen ihre Projektidee am 19. Februar 2021 beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht. Auch der Freistaat Sachsen hat im Erfolgsfall finanzielle Unterstützung zugesagt.

Die vollständige Wasserstoff-Wertschöpfungskette wird in Sachsen abgebildet

Im Leuchtturmprojekt H2-SARA bringt das Unternehmen Sunfire aus Dresden seine Kompetenz zur Produktion hocheffizienter, zentraler sowie kostengünstiger, dezentraler Elektrolyseure ein. Elektrolyseure erzeugen aus Wasser und Strom, vorzugsweise aus erneuerbaren Energien, Wasserstoff. WätaS aus Olbernhau, VOITH aus Zschopau entwickeln und installieren Produktionsanlagen für Brennstoffzellen und Luftkompressoren für mobile Anwendungen. Über seinen Standort in Limbach-Oberfrohna hat auch Vitesco Technologies sein Interesse bekundet, perspektivisch und bei Eintritt der erwarteten, anhaltend guten Marktentwicklung, Teil dieses Konsortiums zu sein. Durch europäische und nationale Kooperationen entsteht ein europäisches Zulieferer-Netzwerk für Komponenten, Anlagen und Aggregate.

Das Verbundvorhaben LHyVE – Leipzig Hydrogen Value chain for Europe /Grüner Wasserstoff-Ring für die Region Leipzig hat das Ziel, ein intelligentes, regional vernetztes grünes Wasserstoffsystem als Leuchtturm zur effizienten Sektorkopplung aufzubauen. Damit soll die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, der Speicherung über den Transport bis zum Endverbrauch in der Region Leipzig realisiert und mit europäischen Projekten, Städten und Kommunen vernetzt werden. Als Ergebnis wird die Region mit den europäischen Wasserstoffinfrastrukturen und -märkten verknüpft, und in eine klimaneutrale Zukunft mit sicheren Arbeitsplätzen, Technologiekompetenz und hoher Lebensqualität geführt.

In der Gesamtschau beider Vorhaben gelingt mit dem Einsatz der produzierten Elektrolyseure, Brennstoffzellen und Komponenten der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft und die Senkung der CO2-Emissionen ohne Import der Schlüsseltechnologien. So werden Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland und Europa gesichert.

Innovationscluster HZwo – Antrieb für Sachsen

Das sächsische Innovationscluster HZwo – Antrieb für Sachsen koordiniert den Verbund H2-SARA und unterstützt die Unternehmen im Verbund LHyVE. Das Innovationscluster vereint 55 sächsische und überregionale Unternehmen und Forschungseinrichtungen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Es ist der Nukleus zum Aufbau eines Wertschöpfungsnetzwerks für Wasserstoff und Brennstoffzellen in der sächsischen Wirtschaft. Getragen wird das Innovationscluster von den Vereinen HZwo e.V. und Energy Saxony e.V.

Chemnitz, Dresden, 11. März 2021

Daten, Zeitplan und weitere Informationen

Weitere Informationen zum Projekt und zum Zeitplan des Interessensbekundungsverfahrens finden Sie in der digitalen Pressemappe: IPCEI HZwo Factsheet

Details des Verfahrens des Bundeswirtschaftsministeriums zum »IPCEI Wasserstoff« finden Sie hier: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/ipcei-wasserstoff.html

 

Der Hochtemperatur SOEC-Elektrolyseur von Sunfire ist die bevorzugte Elektrolyselösung für industrielle Anwendungen, in denen Wasserdampf zur Verfügung steht. Durch die Nutzung industrieller Abwärme lässt sich grüner Wasserstoff besonders effizient herstellen. (Bild: Sunfire GmbH)

Bild in hoher Auflösung Downloaden: Elektrolyseur Sunfire

Ansprechpartner

HZwo e.V.
Karl Lötsch
Tel. 0371 531 35357
karl.loetsch@hzwo.eu

Energy Saxony e.V.
Lukas Rohleder
Tel. 0171 280 6608
rohleder@energy-saxony.net

www.energy-saxony.net